Ein kurzer geschichtlicher Rückblick

Beginnen wir mit dem 30-jährigen Krieg

Zur Zeit des 30-jährigen Krieges war Kirrweiler ein ziemlich großes Dorf. Es gab 1642 noch 23 Haushaltungen, darunter auch den Kirrweiler Hof, der den Wild- und Rheingrafen von Grumbach gehörte. In dem zweiten Raubkriege Ludwig XIV., im Jahre 1677, wurde das Dorf vollständig niedergebrannt. Nicht ein einziges Haus blieb verschont. Und 100 Jahre später, 1778, brach eine neue Katastrophe über Kirrweiler herein. 11 Häuser brannten mit allen Nebengebäuden vollständig nieder und von vielen anderen Häusern brannten die Dächer ab. Nur unter großen Opfern konnte das Dorf neu aufgebaut werden.

 

Schule

Die Jahreszahl 1748 auf der ehemaligen Glocke der Schule zu Kirrweiler lässt vermuten, dass um diese Zeit in Kirrweiler Schul­unterricht erteilt wurde. Da der Ort ein eigenes Gemeindehaus hatte, wird dieses auch als Schule gedient haben. Sehr geräumig war das Haus nicht, wir lesen in einer Beschreibung aus dem Jahre 1816: ,,Das Haus wird von der Gemeinde gebaut und unterhalten, ist zweistöckig, unten wohnt der Schütz, oben der Schullehrer, hat eine Stube, die geräumig ist, in der er aber Schule halten (Schülerzahl 30) und zugleich mit seiner Familie wohnen muss. Seit 1817 wurde in Kirrweiler das ganze Jahr über Schule gehalten. 1841/42 wurde ein neues Schulhaus gebaut.

 

Französische Telegraphenstation

Oberhalb von Kirrweiler auf der Anhöhe „Husarenpötsch"  (s. Ausschnitt Topographische Karte) errichteten die Franzosen im Frühjahr 1813 ein merkwürdiges Bauwerk, einen hohen Turm aus Holz oder Eisen mit mehreren drehbaren Schrägbalken am oberen Ende des Turmes.

 

Haut Barr

 

Solche Türme standen in einer Entfernung von etwa 10 - 15 km zwischen Paris und Mainz (Mayence). Sie waren zum Zwecke einer schnellen Nachrichtenübermittlung gebaut. Jede mögliche Balkenstellung bedeutete einen Buchstaben, eine Zahl, ein ganzes Wort oder ein ganzer Satz. Bei dem Rückzug der Franzosen im Jahr 1814 wurde die Telegraphenstation zerstört.

 

Carte du réseau

 

 

Die optische Telegraphie

Im Verlauf der französischen Revolution war eine Verwaltungsreform notwendig geworden. Claude Chappe legte der französischen Nationalversammlung einen Plan zur Schaffung optischer Telegrafenlinien vor. Die Informationen wurden durch einstellbare Signalhebel gegeben. Für die Einstellung eines Zeichens waren 4 Sekunden und für die Identifikation durch die Gegenstelle 16 Sekunden vorgegeben. Die Strecke Paris - Lille (210 km) war mit 22 Posten versehen. Ein Zeichen brauchte für diese Strecke 2 Minuten. Danach traf alle 20 Sekunden ein Zeichen ein. Für die Strecke Paris-Straßburg dagegen betrug die Laufzeit für ein Zeichen 5 Minuten und 22 Sekunden. Die Nachteile liegen auf der Hand: Wetterabhängigkeit, hoher Personalaufwand bei ständiger Beobachtung der Gegenstation und offener Zugriff auf Nachrichten.

 

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